Die Tierheime sind voll!

Wie hat es so weit kommen können? Die Tierheime sind voll, die Abgabeanfragen steigen und steigen, verzweifelt werden Lösungen gesucht. Wohin mit einem Hund, mit dem es Beissvorfälle in der Familie gab, wohin mit einem Hund, der andere Hunde schwer verletzt oder gar getötet hat? Wohin mit einem Hund, der nicht mehr finanzierbar ist? Sehenden Auges läuft unsere Gesellschaft in eine bisher noch nicht dagewesene Situation – in Deutschland ist das Phänomen der Strassenhunde bisher ja nicht existent, aber es wird kommen, wenn nicht gegengesteuert wird, denn was wird passieren? Die Hunde werden ausgesetzt. Und EuthanasieverfĂĽgungen gibt es mittlerweile ja reichlich, und wenn keine Alternative gefunden wird, ist der Hund dem Tode geweiht.

Was ist in der Gesellschaft passiert? Immer mehr Hunde, immer mehr produzierte Mischlinge aus Rassen, deren Kompatibilität untereinander mehr als fragwürdig ist, von der Wesensfestigkeit ganz zu schweigen, immer mehr Hunde aus Arbeitsrassen, denen ein fachkundiger Halter fehlt, immer mehr Hunde aus dem Ausland herangeschafft, die sich jetzt bei oft total überforderten Hundehaltern befinden, die so manches Mal nur ihr Gewissen aufpolieren wollen, einen Hund retten wollen, nur keine Vorstellungen davon haben, was es bedeutet, einen Hund zu halten. Immer mehr Hunde, die angeschafft werden, um einfach nur mitzulaufen, und irgendwann aus verschiedenen Gründen dann aus dem Ruder laufen. Und ja, immer mehr Hunde aus anerkannten Zuchtverbänden, denen man schlicht und ergreifend attestieren muss: Qualzucht.

Die, nicht nur in der CoronaZeit massiv gestiegene Nachfrage nach Hunden wird nur zu einem sehr kleinen Teil von seriösen Züchtern bedient, die VDH Statistiken geben da aufschlussreiche Zahlen preis, und nein, nicht Alles in den Vereinen entspricht moralisch einwandfreier Tierzucht, zumindest nach meiner Auffassung.

Da gibt es die illegalen Welpeneinfuhren nach Deutschland, und immer noch finden die Welpenhändler ihre Abnehmer, mehr dazu auf der lesenswerten Seite von Andershunde,  da gibt es die Vermehrer, die produzieren, was gerade so nachgefragt wird, ein Blick in die einschlägigen Portale reicht, um zu wissen, was da draussen so los ist.

Und dann gibt es die schöne bunte Instagramwelt: Hunde haben ihre eigene Instaacoounts, Hunde modeln, Hunde machen Werbung Hunde werden als gleichberechtigte  Familienmitglieder dargestellt, was bedeutet, dass sie auch die Anforderungen erfĂĽllen mĂĽssen? Und ja, alles nicht verwerflich, doch was macht das mit einem unbedarften Betrachter? Werden dort Bilder erzeugt, die, wenn ĂĽberhaupt, nur einen kleinen Ausschnitt der Realität zeigen, verzerrt es die Wahrnehmung, wobei wir dann bei dem altbekannten Thema „Die Macht der Bilder “ sind. Teil 2 folgt……

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